Hyper-Responsivitaet

Wenn Menschen sagen, ‚mein Kopf kommt nicht zur Ruhe‘ oder ‚meine Gedanken drehen sich im Kreis‘ , koennten sie damit das meinen, was Neurobiologen mit Hyper-Responsivitaet neurophysiologischer Aktivitaeten bezeichnen: Die Neuronen und Netzwerke des Gehirns sind dann mit ‚verarbeiten‘ von sensorischen Impulsen („sensory processing“) beschaeftigt und zwar so, dass ‚man nicht abschalten kann‘. Ich bin dann muede und gleichzeitig wach, und kann nicht sagen, was mich beschaeftigt. Dies hat kurze Schlafphasen zur Folge und wenn dieses naechtliche Wachsein sich nacheinander wiederholt, fuehle ich mich krank.

 

‚verarbeiten‘ ausblenden?

Abschalten könnten Schlafmittel bewirken. Die Merkmale der Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln lassen ahnen, dass Medikamente brutal eingreifen. Gaengige Ratschlaege waren fuer mich keine Hilfe. Als ich einem Arzt zum ersten Mal von meinen schlafarmen Naechten berichtete, meinte er. „Entspannen Sie sich doch mit einem Glaeschen Wein oder Bier. Lesen Sie ein Buch …“ Doch jede weitere Aktivitaet erschien mir eher wie eine zusaetzliche Aufgabe, die mich ueberforderte.
Schlafmittel bzw. Beruhigungsmittel – die ich ‚chemische Keulen‘ nenne, weil sie einfach ‚draufhauen‘ – erleichterten voruebergehend und schufen neue Probleme. Das Schlafkraut ‚Baldrian‘ rief bei mir Gallenkoliken hervor.

 

unspezifische Empfindungen

Koerperliche Empfindungen – mit Ausnahme von Freude und Schmerz – scheinen unspezifisch zu sein. „Mir ist schon seit sehr vielen Jahren ‚klar‘, dass ich ‚oft sehr zerstreut‘ bin, ‚meine Gedanken wie die Laemmer ueber die Wiese huepfen‘ oder auch ‚wie Schmetterlinge von Bluete zu Bluete flattern‘.“, schreibt Rolf Reinhold über seinen Verarbeitungsmodus. Fachleute, wie Mediziner und Psychologen haben da ein weites Feld fuer Theorien und Therapien. Hinzu kommt, dass der neurologischen Hyper-Responsivitaet zentral veranlasste Efferenzen folgen, die sich im Verhalten und Handeln beeintraechtigend Platz schaffen koennen. Die moegliche Bandbreite reicht von unbehaglichen Empfindungen bis hin zu massiven Aengsten, ‚klinischen Zustaenden‘ und organischen Krankheitsbildern. ‚Kriegt man dann eine Diagnose‘, – bei mir hieß sie ‚Paranoia‘ (angeblich unheilbar), weshalb meine Therapiekosten nicht steuerlich absetzbar waren – fuehlt man sich erst richtig krank.

 

‚erinnern‘ und ‚darüber reden‘

Ich habe jahrzehntelang meine Traeume notiert und ausgewertet, um dem auf die Spur zu kommen, was mich in schlaflosen Naechten und auch am Tage beschaeftigte und dazu fuehrte, dass ich nicht bei der Sache war oder nicht richtig funktionierte. Ich konnte auf diese Weise viele Erlebnisse und Empfindungen erinnern und darueber sprechen, die vermutlich – immer wieder aus gegebenem Anlass aktiviert – zu meiner neurologischen Hyperaktivitaet mit beigetragen haben duerften. Meine Lebensqualitaet hat sich so vor 20 Jahren zum ersten Mal deutlich verbessert.

 

„Amygda-Alarm“

Laut Auskunft von Neurowissenschaftlern wirkt alles, was wir erleben, daran mit, wie neurologische Verbindungen entstehen und wie sie funktionieren. Der aus unseren urgeschichtlichen Anfaengen ueberlebenswichtige ‚Amygda-Alarm‘ – ‚Amygdalae‘ bezeichnet fruehgeschichtlich entstandene Areale im limbischen System unseres Gehirns – wird heutzutage nicht mehr durch große Baeren oder andere Wildheiten ausgeloest, sondern vermutlich ueberwiegend durch Erinnerungen an Empfindungen, die wir ganz frueh in Verbindung mit bestimmten Situationen erlebt haben, in denen wir uns z.B. bedroht fuehlten. Kinder lernen bestimmte Verhaltens- und Handlungsmuster zu entwickeln, die dann automatisch zum Zuge kommen koennen, um sich zu schuetzen. So wie unsere jagenden Vorfahren lernten, sich beim Jagen vor Uebergriffen wilder Tiere zu schuetzen. Spaeter koennen die so erworbenen Mechanismen, die Moeglichkeiten reduzieren, auf Situationen angemessen zu reagieren. Daraus ergeben sich neue Probleme.

 

‚empfinden merken‘ lernen

Einen großen Schritt weitergekommen und bei dem angekommen, was ich heute mit Worten wie ‚das bin ich‘ als ‚Mein-empfinden‘ bezeichne, bin ich durch das Couching und ‚philosophieren‘ mit Rolf Reinhold. Zu seinen Empfindungen gibt es in der Sidebar einen Link ‚Aspi fit for future‘. Er ist zeit seines Lebens seinem Empfinden auf der Spur geblieben und hat bei sich Menschliches zu Tage gefoerdert, das er in seinem ‚Ethos-Couching‘ als sein Kapital mit einbringt, um anderen ihr Menschliches zugaenglich zu machen. Wer sich moeglicherweise irritiert fuehlt, weil ich Werbung fuer ein Unternehmen mache, dem kann der Gedanke eventuell weiterhelfen, dass Menschen von etwas leben muessen, da sie nun mal leben. Die Qualitaet seiner Arbeit ist aus meiner Sicht sehr hoch. Es duerfte – meinen Kenntnissen nach – nicht viele auf diesem Sektor geben, die vergleichbar fachlich kompetent, redlich und philanthropisch taetig sind. Dies mit ‚Lob von mir‘ gleichzusetzen, hielte ich für einen Irrtum.

 

neurobiologische ‚Hoch-zeiten‘

Im Hinblick auf neurobiologische Forschungsergebnisse lassen sich – wie bereits oben erlaeutert – zumindest weitergehende und moeglicherweise wirksamere Schlussfolgerungen für menschliches Verhalten und Handeln aus dem Phaenomen ‚hochsensitiv‘ ziehen, als wenn man ausschließlich gängige psychologische Denkfiguren zur Sichtung verwendete.
‚hochsensitive‘ Menschen – so kann man neurobiologisch fundiert  sagen  – leben mit einem ueberdurchschnittlich differenzierten sensorischen ‚empfinden‘. Das daraus resultierende Verarbeiten im ZNS moechte ich im Moment als Arten von ‚Hoch-zeiten‘ bezeichnen. ‚Hochzeiten‘ entreißen uns mehr oder weniger dem alltaeglichen Geschaeft. Aehnliches geschieht waehrend zentralnervoeser ‚Hoch-zeiten‘. ‚Hochzeiten‘ lassen sich absagen, verschieben … Die neurobiologischen ‚Hoch-zeiten‘ lassen sich nicht abschalten. Das ZNS arbeitet autonom. Menschen koennen sich entscheiden, wie sie sich zu solchen ‚Hoch-zeiten‘ verhalten moechten. Akzeptiert ein Mensch sie, als eine Zeit, die er braucht, um zu verarbeiten, was er erlebt hat, wird er moeglicherweise um passende Schlussfolgerungen fuer sein Leben reicher. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie authentisch sind, d.h. im treffendsten Sinn des Wortes ‚von mir selbst erhoben‘ wurden.

 

‚akzeptieren‘

„Aus einer ‚physistischen Sicht‘ ist ‚empfinden‘ vorrangig, ‚empfinden‘ als einerseits ‚auf den Koerper hoeren‘, andererseits ‚den EIGENEN Impulsen folgen‘ (… welchen denn sonst?!). … Schon manches, was anderen als ‚Kleinigkeit‘ erscheinen mag, kann mich ‚in tiefe Tiefen stuerzen‘. Dann bin ich ‚ziemlich handlungsunfaehig‘, mache ’nur das ALLERnoetigste‘, habe Probleme mit ‚einschlafen‘ und ‚durchschlafen‘, habe ‚bloede Traeume‘. Ich AKZEPTIERE diese Phasen als ‚Verarbeitungsmodus‘! Weder kann ich ’sortieren‘, noch mag ich ‚darueber reden‘, beides funktioniert bei mir nicht. Das einzige, was mir dabei ein wenig ‚hilft‘ ist ‚jammern‘ … aber ’nur fuer mich im stillen Kaemmerlein‘. Lediglich, aber immerhin, ‚funktioniere‘ ich ‚in professionellen Situationen‘ … “ (Rolf Reinhold: http://aspi.fitforfuture.de/)
Infos zur Amygdalae z.B.hier: http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/neuro/565